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Grünes Gas

Ein erneuerbarer Energieträger

Grünes Gas für die Energieversorgung

Grünes Gas ist ein erneuerbarer Energieträger. Grünes Gas wird auf Erdgasqualität aufbereitet und kann danach in das Gasnetz eingespeist werden. Damit kann dieses erneuerbare grüne Gas unabhängig vom Erzeugungsort allen Gaskunden von deren Energielieferanten angeboten werden. In der Steiermark nennen wir dieses erneuerbare, feinstaubfreie Gas dann Grünes Gas.

Vorteile von Grünem Gas

  • Die regionale Wertschöpfungskette erhöht die Versorgungssicherheit
  • Erneuerbare Gase fördern die Erreichung von Österreichs Klimaneutralität. (GWG 2011) (Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz – EAG)
  • Grünes Gas ist ein erneuerbarer Energieträger und kann einen Beitrag zur Einhaltung der Klimaziele der EU beitragen
  • Grünes Gas ist wie Erdgas ein Multitalent (Heizen, Warmwasser, Auto fahren, Kochen etc.)
  • Der Transport erfolgt über das Gasleitungsnetz
  • Erhöhung der Versorgungssicherheit durch Nutzung der Leitungen mit Erdgas und Grünem Gas.
  • Spezielle Heizanlagen sind nicht nötig; Gas-Kunden können ihre Heizanlage gleich weiterbenützen

FAQ

Ist Gas auch langfristig einsetzbar?
Ja. Im Bestandsobjekt gibt es keine Einschränkungen, auch weiterhin kann sowohl Erdgas als auch Grünes Gas bis 2040 eingesetzt werden (Regierungsprogramm 2020-2024). Im Neubau wird bereits ab Jänner 2021 ausschließlich 100 % Grünes und synthetisches Gas eingesetzt. Grünes Gas kann auch nach 2040 in allen Gebäudetypen eingesetzt werden.
Was ist Grünes Gas?
Grünes Gas umfasst Biomethan sowie weitere erneuerbare Gase. Biomethan wird in Österreich aus biogenen Rohstoffen und Reststoffen wie Küchen- und Gewerbeabfällen sowie Kompost erzeugt, gereinigt und auf Erdgasqualität aufbereitet. Anschließend kann es in das Gasnetz eingespeist werden. Erneuerbare Gase werden aus erneuerbaren, nicht fossilen Quellen wie Biomasse, Wind-, Sonnen- und Wasserkraft hergestellt und können in bestehenden Gasleitungssystemen transportiert und gespeichert werden. (GWG 2011) (Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz – EAG)Das Land Steiermark hat Grünes Gas als erneuerbaren Energieträger anerkannt. Zu den "erneuerbaren Gasen" zählen neben Grünem Gas auch synthetisches Gas und Wasserstoff.
Gibt es genug Grünes Gas?
Ja. Studien renommierter Institute belegen, dass Österreich über ein theoretisches Potenzial von etwa 7,9 Milliarden Kubikmetern erneuerbarem Gas verfügt, davon sind rund 2 Milliarden Kubikmeter technisch realisierbar.(Baumann et al., 2021)Der gesamte Gasverbrauch in Österreich beträgt rund 7-8 Mrd. Kubikmeter (2024). (Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur, o. J.)Es gibt schon jetzt mehrere Energielieferanten bzw. Produzenten für erneuerbare Gase, aber es stimmt auch, dass derzeit noch wenig erneuerbares Gas ins Gasnetz eingespeist wird. Entsprechend des Regierungsprogramms sollen bis 2030 jährlich 6,5 TWh, das sind rund 600 Millionen Nm³, in das Erdgasnetz eingespeist werden. (Republik Österreich, 2025)Bis 2040 kann diese jährliche Menge auf bis zu 20 TWh erneuerbares Gas erhöht werden.(Baumann et al., 2021)
Was ist synthetisches Gas?
Synthetisches Gas ist ein Energieträger in Normqualität, der aus erneuerbarem Strom erzeugt wird. Weltweit wird mehr und mehr Strom aus Sonne und Wind gewonnen. Da Solar- und Windstrom oft zu Zeiten ohne aktuellen Verbrauch entstehen, werden Speicher benötigt – Strom ist ja nicht in größeren Mengen speicherbar. Diese Speicherung ist nur möglich, indem erneuerbarer Strom mit dem sogenannten 'Power-To-Gas'-Verfahren nach dem Vorbild der Photosynthese zu synthetischem Gas umgewandelt wird.
Was ist CO2-neutrales Gas?
Es handelt sich um fossiles Erdgas, dessen CO-Emissionen durch Zertifikate gegengerechnet und so kompensiert werden. CO2-neutrales Gas ist nicht gleich zu bewerten wie Grünes Gas, speziell in Baugesetz und OIB Richtlinie wird es für den Einsatz im Neubau nicht anerkannt.
Wie funktioniert der Übergang auf grünes Gas?
Schrittweise wird immer mehr grünes Gas und synthetisches Gas dem fossilen Erdgas beigemengt. Dadurch soll Erdgas abgelöst werden.
Was heißt GreenGas-Ready?
Gasnetz-Infrastruktur sowie moderne Gasheizgeräte sind bereits für grünes Gas geeignet. Damit können moderne Gasheizungen über einen langen Zeitraum genutzt werden.
Wie steige ich von Erdgas auf grünes Gas um?
Sehr einfach. Ohne bauliche Maßnahmen und Kosten nutzt man die bestehende Gasheizung normal weiter. Man braucht nur einen Liefervertrag für grünes Gas bei einem Energielieferanten.

Quellen:

  • Republik Österreich: Bundesgesetz, mit dem Neuregelungen auf dem Gebiet der Erdgaswirtschaft erlassen werden (Gaswirtschaftsgesetz 2011 – GWG 2011), BGBl. I Nr. 107/2011, in der geltenden Fassung.
  • Republik Österreich: Bundesgesetz über den Ausbau von Energie aus erneuerbaren Quellen (Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz – EAG), BGBl. I Nr. 150/2021 idgF.
  • Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (o. J.): Wie ist der Gasverbrauch? energie.gv.at. Verfügbar unter: https://energie.gv.at/verbrauch/wie-ist-der-gasverbrauch (abgerufen am 15.09.2026).
  • Republik Österreich (2025): Jetzt das Richtige tun. Für Österreich. Regierungsprogramm 2025–2029. Wien: Bundeskanzleramt
  • Baumann, M., Fazeni-Fraisl, K., Kienberger, T., Nagovnak, P., Pauritsch, G., Rosenfeld, D., Sejkora, C. & Tichler, R. (2021): Erneuerbares Gas in Österreich 2040. Quantitative Abschätzung von Nachfrage und Angebot. Wien: Österreichische Energieagentur (Austrian Energy Agency). Im Auftrag des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK).

Umwelt

Die Entstehung von Grünem Gas

In einer Biogas-Anlage werden organische Abfälle, Gülle und nachwachsende Rohstoffe unter Luftabschluss zu Biogas vergoren. Der bei der Vergärung zurückbleibende Rest kann, zum Beispiel als natürlicher Dünger, wiederverwertet werden. So wird der natürliche Nährstoffkreislauf weitgehend geschlossen.

Grünes Gas

Aufbereitetes Grünes Gas muss strengen Qualitätsanforderungen entsprechen: Neben der Abtrennung von Kohlendioxid und Schwefel wird das Gas entfeuchtet, um die gleiche, hohe Qualität wie Erdgas zu erreichen. Im Anschluss wird das so entstandene Gas, das nach der Aufbereitung auch als Biomethan bezeichnet wird, odoriert, um es wie Erdgas bei etwaigen Leckagen sofort wahrnehmen zu können.