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Projekte

Vieles ist möglich

Die Energienetze Steiermark GmbH ist Teil von Projekten mit nationalen und internationalen Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft.

LEAFS

In mehr als 20.000 steirischen Haushalten sind bereits private Fotovoltaik-Anlagen im Einsatz. Deren Betreiber werden damit von Strom-Konsumenten auch zu Produzenten. Meist wird aber viel zu wenig vom grünen Strom vor Ort verbraucht - Sonnenstrom zu speichern und später "abzuliefern" ist eine Herausforderung. Aus diesem Grund wurden in drei österreichischen Regionen Pilotprojekte unter dem Namen "Leafs" gestartet, die Lösungen für diese Aufgabenstellungen suchen. Lesen Sie mehr

Blockchain Grid

Blockchain Grid wurde entwickelt um neue Energiekonzepte zu ermöglichen. Ziel ist es, lokal erzeugte Energie zunehmend lokal zu verbrauchen, womit den Bürgern und Kommunen die Möglichkeit gegeben wird, aktiv zur Energiewende beizutragen. Lesen Sie mehr

Presseaussendung vom 23.04.2019

 

FeldBATT - Feldbacher Batteriespeichersystem zur Steigerung des lokalen Eigenverbrauchs erneuerbarer Energie

01.04.2018 bis voraussichtlich 31.03.2021

Der Wandel der Energiewirtschaft zu einem steigenden Anteil erneuerbarer und vor allem auch dezentraler Energieversorgung führt zu Herausforderungen entlang der gesamten Versorgungskette der Stromversorgung: Höher belastete Übertragungsnetze, Herausforderung hinsichtlich der Spannungsqualität in Verteilnetzen, Volatilität der erneuerbaren Erzeugung bei deren Vermarktung und die Notwendigkeit der Optimierung des Eigenverbrauchs bei dezentralen Anlagen.

Zur Bewältigung dieser Herausforderungen rücken Batteriespeichersysteme zunehmend in den Fokus. Diese sind jedoch kapitalintensiv, weshalb Wirtschaftlichkeit lediglich bei optimaler Nutzung der Speicher erreicht werden kann. Hinsichtlich der Auslegung des Speichersystems wird im Projekt FeldBatt ein Quartierspeicher mit 1 MW Leistung und einer Kapazität von 1 MWh gewählt, der unter anderem für die lokale Eigenverbrauchsoptimierung von PV- und Kleinwasserkrafterzeugung herangezogen wird. Um für einen wirtschaftlichen Betrieb zu sorgen, werden für den Stromtransport zwischen Prosumern und Speicher Direktleitungen vorgesehen.

Für das Projekt FeldBatt lassen sich die folgenden Ziele definieren:

  • Erhöhung des Eigenverbrauchsanteils der lokalen erneuerbaren Erzeugung auf 100%
  • Reduktion der Stromkosten der beteiligten Prosumer um mindestens 10%
  • Sicherstellung der Wirtschaftlichkeit des Batteriespeichers mittels Definition zusätzlicher Einsatzbereiche
  • Sicherstellung der Versorgung kritischer Infrastruktur durch Speicher, Direktleitungen und erneuerbare Erzeugung für 1-3 Tage
  • Entwicklung von Regelalgorithmen für die Optimierung des Speichereinsatzes in den unterschiedlichen Einsatzbereichen
  • Errichtung eines Demonstrators und Erprobung der entwickelten Geschäftsmodelle und Regelalgorithmen unter 'real-life' Bedingungen

Als Ergebnisse werden ein Demonstrationsbetrieb eines Batteriespeichersystems mit hoher Außenwirkung in einem Industrie-/Gewerbegebiet in Feldbach, ein Konzept für die Notstromversorgung sowie Erkenntnisse über den Betrieb eines Quartierspeichers im urbanen Umfeld vorliegen.

Presseaussendung

Premiere: 20 Haushalte testen in Heimschuh den 'Insel-Handel' von Sonnen-Strom

Wer mit der eigenen Photovoltaikanlage zu viel Strom erzeugt, kann den Überschuss direkt an seine Nachbarn verkaufen

Graz, 23.4.2019 - Seit Herbst 2017 ist die südsteirische Gemeinde Heimschuh Schauplatz eines außergewöhnlichen Test-Projektes, das den Energiemarkt komplett verändern wird. Unter dem Titel „LEAFS“ steht hier ein „zentraler Gemeinschafts-Speicher“ für Photovoltaik-Strom im Einsatz. Neun Haushalte speisen ihren selbst erzeugten Sonnen-Strom ein und holen ihn dann zurück, wenn sie ihn brauchen. Diese grüne „Strombank“ steigert den Nutzungsgrad der Photovoltaik-Anlagen von 30 auf über 70 Prozent und senkt damit die Stromkosten drastisch. Gleichzeitig wird das lokale Stromnetz entlastet.

Nun folgt der nächste Schritt: Ab sofort läuft der nächste Feldversuch im Rahmen dessen die Haushalte ab Herbst den gewonnenen Sonnen-Strom auch untereinander handeln können. Wer mit der eigenen Photovoltaikanlage zu viel Strom erzeugt, kann den Überschuss also direkt an seine Nachbarn verkaufen. Möglich wird das durch den Einsatz der Blockchain-Technologie. Der Versuch ist für eine Dauer von 2 Jahren angelegt. Bis zu 20 Haushalte machen mit.

Der Gemeinschafts-Speicher in Heimschuh ist die Drehscheibe für den „Insel-Handel“ mit Sonnenstrom. (Foto honorarfrei)

Heimschuh wird dadurch zu einer der ersten „Citizens Energy Communities“ (CEC) in Europa, also zu einer lokalen Energiegemeinschaft. Das Ziel solcher „Energie-Inseln“ ist es, lokal erzeugte Energie auch lokal zu verbrauchen und somit weitgehend unabhängig von externen Stromquellen zu werden.

Das hat einen weiteren positiven Effekt: „Wir erwarten einen Zuwachs an privaten Photovoltaik-Anlagen, deren Anschaffung sich durch die positiven Effekte der Energiegemeinschaft noch schneller rentiert als bisher. So haben Bürger und Kommunen nicht nur die Chance Geld zu sparen sondern auch aktiv zur grünen Energiewende beizutragen“, so Energie Steiermark Vorstandssprecher Christian Purrer. Derzeit sind in der Steiermark weit über 25.000 Photovoltaik-Anlagen in Betrieb.

Die Einrichtung solcher lokalen Energiegemeinschaften wird übrigens auch in den neuen Energie-Richtlinien der EU verankert sein.

„Die Energienetze Steiermark nehmen hierbei gemeinsam mit den Projektpartnern Siemens und dem Austrian Institute of Technology (AIT) eine europaweite Vorreiterrolle ein. Wir analysieren konkrete Strategien bereits jetzt direkt im Feld, noch bevor wir es müssen. Dadurch erarbeiten wir uns wertvolles Wissen und haben dann einen immensen Startvorteil“, erklärt Martin Graf, Vorstandsdirektor der Energie Steiermark. Die Deutsche Energieagentur (dena) hat in ihrer jüngsten Studie der Blockchain-Technologie im Rahmen der Energiewende eine zentrale Wachstumsrolle zugeordnet.

„Durch die Nutzung von lokal erzeugtem Strom wird das ansonsten immer stärker beanspruchte Stromnetz entlastet. Dadurch können wir als Netzbetreiber die Gebühren für alle Beteiligten verringern“, erklärt Franz Strempfl, Geschäftsführer der Energienetze Steiermark GmbH.